Fernfahrer / Juli 1993
Mit “Next Time In Town” stellt die Gruppe Old Country Folks ihre neue Produktion vor. Zwölf Cover-Versionen überwiegend bekannter US-Hits sind an die Adresse der Fans gerichtet, die „American Country“ bevorzugen. Auffällig: „Ring Of Fire“ in ungewohntem Gewand.
Country Circle / Mai 1993
Die "CD des Monats" kommt diesmal von einer
Gruppe, die seit Jahren zu den etwas besseren Country-Bands der deutschen Szene
gehört, aufgrund der bescheidenen und zurückhaltenden Art aber noch nicht den
Sprung in die großen Festivals geschafft hat, von ein paar Ausnahmen mal
abgesehen.
Unter der Berücksichtigung, daß wir die deutschen
Produktionen nicht mit den amerikanischen vergleichen, sondern ausschließlich
mit Produktionen deutscher Country-Bands, kann ich mit gutem Gewissen
behaupten, daß hier eine Scheibe ihre Kreise zieht, die für mich wie ein echter
Frühling in Sachen Country wirkt – endlich mal was neues, endlich mal wieder
etwas völlig anderes, weitab vom üblichen Klischee der mittlerweile
ausgelutschen deutschen Truck- und Country-Szene.
Bereits der Opener "Maria", ein Titel von Marty
Stuart, dürfte diesen Eindruck bestätigen und wer sich dafür interessiert, wie
wohl ein Johnny Cash klingen könnte, wenn er noch mal zwanzig Jahre jünger
wäre, der findet hier ab dem 4. Titel mit
"Big River", "Tennessee Fiat Top Box", "Ring Of
Fire" und dem "Wreck Of The Old Ninety Seven" eine gute Antwort
auf diese Frage. Erstaunlich, aber durchaus gelungen möchte ich auch die
Zusammenstellung der Titel betrachten, wobei der Titelsong dieser CD "The
Next Time In Town", als auch der achte Titel "How Long" aus der
Feder von Mark Knopfler stammen. Sicher werden die einen Mark Knopfler mit Dire
Straits und nicht mit Country in Verbindung bringen, doch wer sich einmal das
"Water Of Love" von den Judds zu Gemüte führt, der wird schnell
erkennen, daß hinter diesem Namen auch noch eine Menge Country-Songs verborgen
sind. Mit Ausnahme des Titels "My Toot, Toot", würde ich die
komplette CD auch als "pur Country" bezeichnen, wobei auch der Eric
Clapton-Titel "Lay Down Sally" und "Drivin" My Live
Away" von einer durchaus gelungenen Zusammenstellung der CD überzeugen
dürften.